Laos | 26.02 – 15.03

Nach einer Woche auf Uma’s Farm war es an der Zeit, wieder ins Reisfieber zu kommen. Zwar waren wir nicht so enthusiastisch über Laos wie über Myanmar, aber ehrlich gesagt wussten wir auch nicht was uns erwartet.

Phongsaly – Nordlaos

Nach etwas Überlegen entschieden wir uns von Vientiane direkt einen Bus in die nördliche Provinz Phongsaly zu nehmen (250.000 LAK = 25 EUR p. P.). Oh-uh! Wieder einmal eine lange Reise, 23 Stunden im Schlafbus in dem wir auf den kurvenreichen Bergstraßen von Laos ständig von links nach rechts geworfen wurden! Ob es das wirklich wert war?

View over Phongsaly province

In Phongsaly wollten wir eigentlich eine zweitägige Jungle-Tour machen, aber als zwei weitere Personen krank wurden und es für uns noch teuer werden sollte, entschieden wir kurzerhand auf eigene Faust loszulaufen und genoßen ohne viel Geld auszugeben die atemberaubenden Aussichten in der Region.

Hiking through nothern Laos

Einen Tag wanderten wir zu einer 400 Jahre alten Teeplantage und lernten einiges über Tee. Wusstest du, dass Schwarz- und Grüntee (und eigentlich alle Teesorten) aus den Blätter ein und desselben Teebaums hergestellt wird? Es wird lediglich unterschiedlich lang getrocknet bzw. gegärt!

400 year old tea plantation

Luang Prabang

Nach 2 1/2 langen Tagen in und um Phongsaly nahmen wir wiederum einen Schlafbus und kamen kurz nach Mitternacht in Luang Prabang an. Die Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe und ist berühmt für seine Architektur im Stile des Kolonialismus inmitten buddhistischer Tempelanlagen.

Colonial style houses in Luang Prabang
French colonial style houses in Luang Prabang
Temple in Luang Prabang

Nach einem entspannten Tag in Luang Prabang mussten wir um 5 Uhr morgens aufstehen, um das Almosengeben zu sehen. Eine mehrere hunderte Jahre alte Tradition, in der die Mönche in der Morgendämmerung durch die Stadt ziehen und Menschen am Straßenrand knien und Almosen in der Form von Reis anbieten.

Leider ist das ganze Spektakel durch den Tourismus stark verkommt. Viele Touristen, speziell Chinesen, aber auch Westliche, haben keinerlei Respekt und schießen mit ihren Fotoapparaten ein Blitzlichtgewitter auf die Mönche und die wenigen Laoten. Oder aber die Touristen nehmen selber am Almosengeben teil, was eigentlich noch viel bizarrer ist. Manche wenige Menschen respektieren die Tradition und Mönche angemessen, aber oft genug knien die Menschen nicht, sondern sind auf Augenhöhe mit den Mönchen – im Buddhismus ein Akt der Respektlosigkeit! Nur in wenigen kleinen Nebenstraßen kann man die Laoten und Mönche noch ohne Blitzlichtgewitter im Stillen beobachten.

Vang Vieng

Dann ging es auch schon weiter – nach Vang Vieng, einer weiteren touristischen Hochburg. Wir wurden ausnahmsweise vom Tuk Tuk abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Stiegen dort in einen bequemen Minivan ohne große Bedenken. Keine 30 Minuten später hält die Kolonne aus 3 Minivans an und der Fahrer vom vorausfahrenden Van macht eine komische Geste. 30 Sekunden später wollte unser Fahrer das Ticket von uns sehen! Wir hatten “AirCon”-Bus gebucht (hey – der kostete immerhin nur 95k LAK p. P.) , wurden aber vom Tuk Tuk bei den Minivans abgesetzt… Tja – wir wurden aus dem Minivan geworfen! Unser “Ersatzbus” würde in 2 1/2 hier sein. Schließlich kamen wir in Vang Vieng wieder einmal um Mitternacht an, 4 Stunden später als eigentlich vorgesehen.

Das touristische Vang Vieng war einmal der Ballermann von Südostasien, bevor in einem Jahr 27 Touristen gestorben sind. Dennoch ist es immernoch eine Party-Hochburg und perfekt für jede Art von Outdoor-Aktivitäten. Am ersten Tag probierten wir das berühmte “Tubing” – mit einem alten LKW-Reifen den Fluss herunterströmen – entlang der atemberaubenden Karstbergen aus. Wir stoppten in der ersten Bar und verblieben hier für eine Stunde, danach ging es weiter flussabwärts mit kurzen Stopps um neue Bier zu organisieren. Es war ein entspannter Tag, es ist aber bestimmt etwas besser nach der Regensaison, wenn der Fluß mehr Wasser trägt und man nicht ständig paddeln muss.

Lead climbing in Vang Vieng

Die nächsten 3 Tage verbrachten wir mit Klettern am Fels und lernten das Vorsteigen (die Route ohne Top-Rope vorklettern) . Endliche würden wir auch zu Hause in der Halle viel mehr Möglichkeiten mit unseren Vorstiegs-Kenntnissen haben.

Lead climbing in Vang Vieng!

Einen weiteren Tag verbrachten wir in Vang Vieng und erkundeten die “Blue Lagoons” und Höhlen im Umland.

Der Süden – Thakek und das Bolaven Plateau

Dann war es aber auch Zeit weiter Richtung Süden zu reisen. In letzter Sekunde entschieden wir uns, nicht nach Kambodscha, sondern nach Vietnam weiter zu reisen. Einen Tag verbrachten wir auf dem Weg zur Grenze in Thakek im Green Climbers Home, ein Paradies für Kletterenthusiasten! Einen weiteren Tag besuchten wir die Wasserfälle auf dem Bolaven Plateau und ich ging auf eine Erkundungstour durch den Jungle.

Tad Fane Waterfall
Thamchampy waterfall

Das Bolaven Plateau ist nicht nur für seine Wasserfälle bekannt. Im Gegensatz zum Norden wird hier Kaffee abgebaut. Die Kaffeebäume konnte man beiderseits der Straße weiß (!) blühen sehen. Bei Kaffee ist es etwas anders als bei Tee – hier gibt es tatsächlich unterschiedliche Kaffeebäume, die für die verschiedenen Sorten verantwortlich sind. Natürlich sind aber auch hier die Prozess des Waschens, der Gärung, der Trocknung und des Roastens (Braten??) entscheidend für den finalen Geschmack. (nicht, dass ich irgendwas von Kaffee verstehe :P)

Trying out local coffee at Jhai’s coffee shop.

Das war unsere Zeit in Laos. Obwohl wir viel unternommen haben, so richtig hat uns Laos nicht erreicht. Die Menschen sind etwas verhaltener als in Myanmar und Thailand. Dennoch sind sie freundlich und lächeln oder grüßen zurück, wenn man selber den ersten Schritt macht. Die Natur war klasse, sowohl die Berge im Norden als auch die Karstlandschaften und Wasserfälle weiter im Süden. Aber wir fanden, dass das Land auch nicht viel mehr zu bieten hat. Vielleicht waren wir etwas von Myanmar verwöhnt…

Zeit für etwas anders.

So sitzen wir also gerade in einem Bus zur vietnamesischen Grenze, da es mit Hitchhiking hier auch nicht ganz so einfach ist wie in Myanmar (aber auch nicht zu schwer). Wir freuen uns auf unser fünftes Land – Vietnam – ein Land mit einer starken Geschichte, toller Natur und Stränden, aber auch riesigen chaotischen Städten. Wir sind gespannt und fühlen uns beflügelt, weil wir gespannt sind was Vietnam für uns in der Tasche hält!

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