Everest Base Camp Trek #2 – Von Namche nach Kala Pather

Das ist er also – der Mt. Everest. Wir stehen vor einer Stupa (ein kleiner buddhistischer Tempel) und blicken Richtung Nordosten, erhaschen den ersten Blick auf den höchsten Berg der Welt. Nichtdestotrotz sind wir immer noch fünf Tage von unserem eigentlichen Ziel entfernt. Aber welches Ziel eigentlich? Wir begannen den Trek mit dem Ziel, das Everest Base Camp zu erreichen. Auf dem Weg jedoch trafen wir viele Personen, die uns dazu rieten nicht zum Base Camp, sondern zum Gipfel Kala Pather zu wandern. Kala Pather ist ein kleinerer Gipfel, ungefähr 300 Meter höher als das Everest Base Camp und mit einem viel besseren Blick. Insbesondere im November, wenn keinerlei Expedition starten ist das Base Camp eher uninteressant und hat aufgrund seiner Lage am Fuße des Berges keinen besonders atemberaubenden Blick.

Natalia direkt neben dem Gipfel vom Mt. Everest, als wir ihn das erste mal sehen.

Wir wandern am ersten Tag nach unserem Aufenthalt in Namche Bazar doch weiter als am Anfang geplant, da wir unterwegs David und Shaun, die beiden Engländer von zuvor, wieder treffen. Also steigen wir knapp 500 Meter auf, obwohl man eigentlich etwas kleinere Schritte machen sollte. Ich bin etwas beunruhigt, da man wirklich vorsichtig mit der Höhenkrankheit sein sollte. Schließlich haben wir keine Lust, hier mit einem Heli herausgeflogen werden zu müssen.

Auf dem Weg von Pangboche zu Dingboche auf 4000 Meter Höhe.

Den Abend verbringen wir in unserer Unterkunft zusammen mit einer großen durchmischten Truppe, bestehend aus mehreren Amerikanern, einem Deutschen, einer Engländerin und einem Franzosen. Diesen und die nächsten fast zwei Tage verbringen wir mit dieser Truppe, da wir auch im nächsten Ort, Dingboche, in der gleichen Unterkunft übernachten. Der Eigentümer, ein Tibetianer, ist äußert amüsant und antwortet auf unsere Fragen fast immer zuerst mit: „I don’t know!“ und verzieht dabei keine Miene. Einige Sekunden später verwandelt sich seine eiserne Miene in ein nettes Lächeln und er gibt die gewünschte Antwort. Wir genießen einen Ruhetag in Dingboche. Normalerweise muss man für eine warme Dusche 3-5$ zahlen, aber zu unserem Erstaunen wurde das Wasser in dem langen Schlauch vom naheliegenden Fluss bis zur Unterkunft so stark von der Sonne erhitzt, dass wir unsere Haare unter fast schon heißem Wasser waschen können.

Blick auf den imposanten Gipfel Ama Dablam vom "Bananen"-See, einige hundert Meter oberhalb von Dingboche.

Am nächsten Tag heißt es wieder: früh aufstehen und wandern! Wir starten auf ungefähr 4350 Meter und treffen gegen Nachmittag im auf 4900 Höhenmeter gelegenen Lobuche ein, auch wieder etwas mehr Höhenmeter als eigentlich empfohlen. Aber da wir an unserem Ruhetag zuvor trotzdem etwas höher auf 4800 Meter gewandert waren, hatten wir uns schon etwas akklimatisiert und diese Höhendifferenz schien okay. Sollten wir jedoch nicht gut in Lobuche schlafen, so sollten wir am nächsten Morgen nicht den Aufstieg nach Kala Pather wagen.

Die schönen und starken Yaks, die täglich unzählige Kilos Gepäck und Nahrung in die Berge tragen.

Nach knappen 8 Stunden Schlaf wachen wir um 4 Uhr morgens auf. Natalia und ich fühlen uns nicht gerade perfekt - wir haben gehofft, dass dies nicht eintritt. Wir stehen auf und bereiten uns vor, doch ständig überlege ich, ob wir den Aufstieg wirklich durchziehen sollten. Oder lieber noch ein Tag hierbleiben und akklimatisiern? … eine halbe Stunde später befinden wir uns im Dunkeln mit Kopfleuchten auf dem Weg nach Gorak Shep, wo wir um knapp 10 Uhr eintreffen und uns ein Frühstück gönnen: French Toast und Haferbrei. Von hier aus kann man zum Everest Base Camp laufen oder nach Kala Pather – oder beides. Wir hatten uns vor einigen Tagen bereits entschieden, lediglich nach Kala Pather zu wandern. Wenn wir beide Aussichtspunkte hätten erklimmen wollen, müssten wir in Gorak Shep übernachten und das wollten wir einfach nicht, da viele hier aufgrund der Höhe krank werden.

Kala Pather oder Everest Base Camp? Wir haben uns für Ersteres entschieden.

Also machten wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt Kala Pather auf 5650 Höhenmeter. Der Anstieg von Gorak Shep dauerte knapp 2 ½ Stunden. Da auf dieser Höhe nur noch rund 50% des Sauerstoffs gegenüber Meereslevel zur Verfügung steht, laufen wir sehr langsam und müssen oft kurz pausieren, um unseren Atem wieder zu erlangen. Schließlich kommen wir bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gipfel an und genießen das Panorama auf die unzähligen 8000er nebenan.

Grandioser Ausblick von Kala Pather auf Mt. Everest (links) und Nuptse (rechts).

Wir fühlen uns großartig – wir haben es geschafft - wir sind in mitten der höchsten Berge der Welt.

Epic selfie! Wir zusammen mit dem höchsten Berg der Welt! Wahnsinn!

... und keine Sorge, es gibt noch eine Fortsetzung!

1 Comment

  1. […] … und die Fortsetzung findest du hier! […]

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