Everest Base Camp Trek #1 – Von Phaplu nach Namche Bazaar

Ein lautes Wummern reißt mich aus dem Schlaf. Es hört sich an, als ob jemand staubsaugen würde. Aber hier hat niemand einen Staubsauger! Was ist das bloß? Für Minuten werden wir, tief eingemümmelt in unseren warmen Schlafsäcken, in unserem kleinen Zimmer beschallt.

Eine halbe Stunde später klingelt der Wecker. Es ist Zeit - der erste Tag unseres Mt. Everest Base Camp Trek geht los! Während wir warme Haferflocken essen (ein typisches Gericht auf dem Trek, da es billig, füllend und trotzdem genug Energie für einen langen Wandertag gibt) bemerken wir, dass das laute Wummern am Morgen von einem Helikopter kam, der nun auf dem kleinen Flughafen nebenan stand. In dieser Region werden häufig Helikopter eingesetzt, um kranke (und reiche) Personen aus höher gelegenen, schwer erreichbaren Orten wieder an den "Rand der Zivilisation" zu fliegen. Kurze Zeit später landete und startete ein kleines Flugzeug.

Phaplu airport

Der erste Tag führte uns von Phaplu durch leicht bergauf führende Waldwege bis zum ersten kleinen Pass auf 2900 Meter. Nach einer kurzen Teepause heißt es, wie so oft in den nächsten drei Tagen: wieder bergab! Über 1400 Meter müssen wir wieder bergab steigen, um einen Fluß zu überqueren. Nach etwa der Hälfte erreichen wir ein kleines Bergdorf namens Nunthala, in dem wir die Nacht verbringen. Auf dem Weg trafen wir einen Engländer und bereits auf der Anreise nach Phaplu mit dem Jeep haben wir Bekanntschaft mit einem älteren Engländer, David, gemacht. Zum Abendessen aßen wir zusammen und genossen die gebratenen Nudeln und Curry. Wie in fast allen Gästehäusern entlang des Weges war das Essen sehr lecker!

Ein einsamerer Wanderer.

Viele Touristen fliegen mittlerweile zu einem der höchsten und gefährlichsten Flughafen der Welt - Lukla - um ihren Trek zu starten. Wir aber entschieden uns nach langem Überlegen für die härtere Tour - wir würden mit dem Jeep anreisen. Dies bedeutete, drei lange und anstregenden Tagesmärsche nach Lukla. Wir treffen wenig andere Wanderer und genießen daher die Stille und Idylle dieses Wanderwegs. Ab und zu, manchmal sogar fast pausenlos, wurde diese Idylle jedoch von Esel-Kolonnen zerstört. Hunderte Esel passieren uns am Tag und sorgen dafür, dass genug Essen und Equipment in die Everest-Region gelangt.

Eine Esel-Kolonne überholt uns.

In den nächsten zwei Tage hassen wir das ständige Auf und Ab, wurden dafür aber reichlich belohnt! Jeden Tag aufs Neue sehnen wir uns so sehr nach einem warmen Abendessen und einem bequemen Bett.

Blick zurück ins Tal aus dem wir kamen.

Am dritten Tag passeren wir schließlich Lukla und es wurde etwas voller, jedoch nicht so schlimm wie uns erzählt wurde. Das änderte sich am nächsten Morgen, als unzählige Menschen sich auf den Weg nach Namche Bazaar, dem Herzen der Khumbu-Region, machen. Mittags erreichen wir Namche Bazaar, gelegen auf 3440 Metern Höhe. Es kommt seinem Namen wirklich nahe - man kann hier wirklich alles kaufen. Schlafsäcke, Daunenjacken, Wanderstöcke, Toilettenpapier für die westliche Bevölkerung und vieles mehr. Theoretisch hätte man hier alles für seine Wanderung kaufen können.

Hier bekommt man alles, was das Herz begehrt!

Ab Namche würden die Tage kürzer werden. Die vergangenen Tage wanderten wir 8 oder sogar 9 Stunden mit nur kleinen Pausen. Da wir uns nun über 3000 Höhenmeter befinden, sollten wir nur noch 300-500 Höhenmeter pro Tag aufsteigen, da sich der Körper sonst nicht an den geringen Sauerstoffgehalt in der Luft gewöhnen kann. Und wir wollten die Höhenkrankheit (Acute mountain sickness, AMS) definitiv vermeiden, denn in dieser Höhe und Kälte krank zu werden, ist sicherlich kein Spaß!

Natalia genießt den Blick auf Namche Bazaar.

Wie wir dennoch in den nächsten Tagen herausfinden würden, bedeuten kürzere Tage nicht unbedingt, dass das Wandern leichter wird!

Blick Richtung Everest, der sich aber hinter den Wolken versteckt!

... und die Fortsetzung findest du hier!

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