previous arrow
next arrow
Slider

Über uns

Wir, Natalia und Steffen, sind frisch gebackene Ingenieure. Bevor wir in die schnelllebige, stressige Arbeitswelt einsteigen, nehmen wir uns einen Moment Zeit um Luft zu holen und die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Wir sind überzeugt, dass uns nicht die materiellen Gegenstände definieren, sondern dass es vielmehr die Menschen um uns herum sind, die uns zu dem machen, was wir sind.

Gerade, irgendwo ganz weit weg...

Die blauen Flammen von Ijen

Schöne Grüße von Java. Wir sind gestern morgen um 0 Uhr aufgebrochen und waren um 3 Uhr bei dem “Blauen Feuer” vom Ijen Vulkan. Hier brennt Schwefelgas mit einer blauen Flamme. Wirklich atemberaubend. Man sollte eine Gasmaske tragen, da die Gase nicht wirklich gesund sind. Und unsere Augen waren auch etwas gereizt.

Die Bergarbeiter haben hier Metallröhren in den Berg gehauen, an der das Schwefelgas kondensiert und nach unten läuft, wo es aus den Rohren tropft und sich abkühlt und dann abgetragen werden kann.

Am Tage arbeiten hier die Bergarbeiter und zerbrechen das abgesetzte Schwefel und tragen ihn 200 Meter zum Kraterrand und dann 3km weiter ins Tal. Am Ende bekommen sie vielleicht 10$ am Tag. Und natürlich sind sie den ganzen Tag dem Gas ausgesetzt.

Keine Sorge, wir haben höchste Sicherheitsmaßnahmen getroffen! Sind ja noch am Leben…

Natürlich haben wir um 5.30 Uhr vom Kraterrand den Sonnenaufgang angeschaut.

Im Hintergrund der Krater, aus dem das Schwefelgas austritt. Auch ein leichter Schwefelgeruch liegt hier überall in der Luft.

Borneo – Natur pur. Mit Ölpalmen.

Als wir im November zu unserer Reise aufbrachen, waren die Inseln in Malaysien und Indonesien bereits in unseren Köpfen. Die ganzen 5 Monate, die wir in Nepal, Thailand, Myanmar, Laos und Vietnam verbrachten, haben wir uns auf genau diese Zeit gefreut – Sommer, Sonne, Sonnenschein! Und natürlich etwas Tauchen – denn das ist mit Abstand das Beste, was man hier machen kann!

Nachdem wir mit schwerem Herzens den Jungel von Ba’Kelalan und damit Isak und Wendy verlaßen, machten wir uns auf dem Weg zu unserem achten Land – Brunei! Das Königreich an der Westküste Borneo’s ist zweigeteilt und anstelle eines Busses (der wiederum durch Malaysien zur Hauptstadt Bandar Seri Begawan fährt) nahmen wir ein Speedboat von Bangar nach Bandar – eine 40 minütige Fahrt für gerade einmal 7 B$ (4,40€) pro Person. Nach nicht einmal 5 Minuten Fahrt durch die Mangroven sahen wir ein riesen Krokodil am Flussrand. Und kurze Zeit später ein zweites. Für so wenig Geld war es eine tolle Fahrt und wir fühlten uns wie auf dem Amazonas.

In Brunei haben wir dann drei Tauchgänge gemacht, da hier insbesondere alte Schiffswracks vor der Küste liegen. Mit unserem Divemaster Alex von Ocean Quest hatten wir einen tollen Tag! Ein Tauchgang führte uns zu einer versenken Ölplatform, ein weiterer zu einem Schiffswrack. Das Highlight waren zwei Octopusse, die wir auf den Tauchgängen sahen!

Nach Brunei nahmen wir eine Fähre nach Labuan und weiter nach Menumbok. Eine Stunde später, gegen 4 Uhr, kamen wir in Kota Klias an. Perfektes Timing, denn um 5 Uhr begann eine Bootstour um Proboscis “Langnasen” Affen zu sehen. Und tatsächlich, wir haben mehrere gesehen, keine 3 Meter von uns entfernt! Nach dem Abendessen ging es wieder aufs Boot um Glühwürmchen zu sehen. Atemberaubend, wie sie die Nacht erhellen und auf einmal um das Boot schwirren!

Borneo ist perfekt um Tiere in der Wildnis zu sehen. Daher ging es für uns mit einem kleinen Propellerflugzeug für gerade mal 125RM (25€) p. P. von Kota Kinabalu nach Sandakan, wo das nächste Abenteuer auf uns wartete.

Wir verbrachten einen Nachmittag in einem Orang Utan Rehabilitationszentrum. Hier sind die Orang Utans semi-wild. Junge Orang Utans, die von ihren Müttern aus unterschiedlichen Gründen getrennt wurden, werden hier aufgenommen und beigebracht, wie man in der Natur überlebt. Die Affen haben eine großen Wald hinter dem Zentrum um sich auszutoben. Und wenn sie wollen, kommen sie nie mehr zurück zur Futterstation.

Am nächsten Tag sind wir nach Sukau am Kinabatangan Fluss getrampt. Hier kann man Bootstouren machen um wirklich wilde Orang Utans, Proboscis Affen, Pygmy Elephanten (die kleinsten Elephanten der Welt) und viele weiter Tiere zu sehen. Auf insgesamt drei Bootstouren haben wir zwei Orang Utans, 30 Proboscis Affen und unzählige Makaques gesehen. Außerdem Eulen, eine Schlange, viele Nashornvögel (Hornbills) und noch vieles anderes. Wir empfehlen: Sukau RB Lodge – Zimmer sind einfach für 60RM, Bootstouren für 50RM. Und unser Boot war nie sehr voll (2-4 Personen)!

Leider konnten wir die Pygmy Elephanten nicht sehen, da sie (wahrscheinlich) zu weit flussaufwärts waren. Das wäre wirklich zu schön gewesen!

Wir setzten unsere Reise Richtung Tawau fort. Während der 3-4 Stunden Busfahrt, sahen wir nichts anderes als ölpalmen. Rechts, links, kilometerweit. Überall. Überall! Besonders beunruhigend ist es, wenn man bedenkt das hier überall Orang Utans und Elephanten frei leben könnten, aber wir Menschen ALLES zerstören, damit wir morgens zum Frühstück unsere Nutella haben. Natalia und ich haben uns geschworen, in Zukunft zu überprüfen ob Produkte Palmöl enthalten. Und wenn möglich, sollte man es der Natur wegen vermeiden bzw. zumindest bestmöglich reduzieren. Aber so wie es aussieht, wird das Abholzen des Jungels in Borneo wohl tagtäglich weiter gehen. Bis schließlich fast alles verschwindet. Und dann, erst dann werden wir feststellen, was wir hier zerstört haben.

In Tawau angekommen nahmen wir eine Fähre nach Nunukan (90 RM p. P.), da wir die Fähre nach Tarakan um 10 Minuten verpasst hatten. Nunukan ist bereits Indonesien, also hieß es: Auf Wiedersehen Malaysien – es war eine tolle Zeit!

Dann fingen zwei mörderische Tage an. Erst die Fähre nach Nunukan, ein Taxi zum anderen Hafen (20k IDR p. P.), Fähre nach Tarakan (125k IDR p. P.), Fähre nach Tanjung Selor (110k IDR, Übernachtung, Minivan nach Berau (120k p. P.), Trampen von Berau nach Tanjung Batu, Boot nach Derawan (100/150k p. P.). WOW! So viel Zeit habe ich noch nie auf dem Wasser verbracht…

Auf Derawan angekommen genossen wir ein Bungalow über dem Wasser. Von hier aus konnten wir unzählige Schildkröten sehen und mit ihnen Schnorcheln. Die Derawan Inseln heißen nicht ohne Grund Schildkröten Paradis! Auch hier haben wir einige Tauchgänge gemacht. Es war schön, aber wir hatten gehofft Manta Rays zu sehen. Wir schwammen außerdem mit Nicht-stechenden Quallen in Kakaban, einer von zwei Orten weltweit mit diesen Quallen! Schließlich feierten wir meinen Geburtstag mit Schnorcheln und Tauchgängen nahe Maratua – mit mindestens 50 Schildkröten!

Dann hieß es ein Tag entspannen…

Nächste Ziel: Komodo!

Luxusstaat, Tauchen und Billig-Infinity-Pool

Unsere Reise führte uns von Vietnam nach Singapur, wo wir unter anderem einen alten Freund meines Vaters trafen. Als wir in Singapur ankamen, schrieb mir mein Vater: “Prima – nun kommt ihr in den Luxusstaat!”. Und so oder ähnlich kann man Singapur auch zusammenfassen.

Man kann die unzähligen Shopping Malls kaum umgehen, da man direkt aus der Metro in diese riesigen Einkaufszentren tritt.

Marina Bay Sands – Leider kann man nur als Hotelgast den Infinity Pool auf dem Dach benutzen.

Das Highlight von Singapur ist das Marina Bay Sands (MBS) Hotel und die angrenzenden Gardens by the bay. Auch wenn es die Touristenattraktion Nr. 1 ist, so kamen wir nicht darum, hier einen Großteil unserer zwei Tage zu verbringen. Von gemütlichem Spazierengehen über Tropenhallen bis hin zu “Super trees” ist hier alles dabei. Gegen Abend gibt es eine kostenlose Lichtershow bei den Supertrees und danach eine Lasershow direkt vor dem MBS. Beides ist spektakulär!

Die Supertrees bei den “Gardens by the bay” in der Nacht.

Nach den Shows entschieden wir uns, unser letztes Geld im Casino zu verprassen. Entweder vervielfachen wir es und bereisen die ganze Welt, oder wir verlieren alles und fliegen zurück nach Hause… Also haben wir unsere stolzen 12 S$ in die Hand genommen und für 4 Stunden bis in die Morgenstunden im Casino alle möglichen Automaten und Tische ausprobiert. Naja, eigentlich haben wir für die meiste Zeit Würfel gespielt :D. Obwohl wir zwischenzeitlich unseren Einsatz verdreifacht hatten, waren wir am Ende doch zu geizig und verprassten ALLES. Es hat unheimlich Spaß gemacht und für nichtmal 10€ hatten wir einen tollen Abend mit kostenlosem Kaffee, Tee, heißer Schokolade und Softdrinks. Was will man mehr!

Santosa!

Bevor wir am nächsten Tag nach Malaysia abreisten, haben wir uns noch die Insel Santosa angeschaut. Hier kann man wohlmöglich jede teure Sportart machen, die man will. Von Surfen in einem Surfkanal über Fallschirmspringen in einem Windkanal bis hin zu Ziplining und Bungee-Jumping ist wirklich alles möglich mit dem nötigen Kleingeld. Ach, und es gibt natürlich die Universal Studies of Singapore (ein Vergnügungspark).

Unsere Weiterreise nach Malaysia dauerte unglaubliche 4 Stunden. Mit der Metro ging es vom Zentrum zur Bus Station nahe der Grenze ~1 Stunde, ein Bus brachte uns zur Grenze ~30 Minuten, hier warteten wir ~1 Stunde um die Grenzkontrollen zu passieren. Warten auf den Bus ~30 Minuten, der uns über die Grenze bringt ~10 Minuten und zur Malaysischen Grenzkontrollen ~5 Minuten. Knapp hätten wir unseren Nachtbus in den Norden Malaysia verpasst, dank der kurzen Grenzkontrollen in Malaysia haben wir es aber noch geschafft!

Tausende Malaysische Arbeiter passieren täglich die Grenze und arbeiten tagsüber in Singapur. Es ist unwahrscheinlich, wie viele Malaysen täglich mehrere Stunden von Malaysia nach Singapur fahren, dort arbeiten und am Abend wieder zurück fahren. Für uns hat es gereicht, einmal diese Tortur zu überstehen.

Perhentian Kecil im Nordosten (West-) Malaysiens.

Die nächsten Tage verbrachten wir auf den Perhentian Inseln. Endlich Tauchen! Wir hatten uns bereits seit dem Anfang unserer Reise hierauf gefreut! Natalia hat ihren Advanced Open Water Tauchschein und ich habe einige “Fun Dives” gemacht. Unter anderem haben wir einen gesunkenes Schiffswrack gesehen, zwei Schildkröten, einen Bamboo-Hai und viele kleinere Fische und Korallen.

Natalia hat auch ihre Zertifizierung als Advanced Open Water Diver abgeschlossen!

Nach nur drei Tagen ging es weiter nach Kay-L. In Kuala Lumpur, der Hauptstadts Malaysiens trafen wir Eric, den wir vor 5 Monaten in Nepal kennengelernt haben. Zusammen verfolgten wir ein Ziel: Essen. Den ganzen Tag Essen. Eric führte uns etwas durch Kay-L und Abends waren wir mehr als vollgestopft.

Essen Essen Essen – so sahen unsere Tage in KL aus. Danke Eric!

An unserem zweiten Tag besuchte wir die Petronas Towers und checkten aus unserem Hotel aus und in ein AirBnB mit Infinity-Rooftop-Pool ein! Einfach nur unglaublich, und das Ganze für eine Wucherpreis von 14€! Aber seht selbst:

Infinity POOOOOOOOOOOOOOOOOOL!
Kuala Lumpur bei Nacht…vom Dach!
Kuala Lumpurs Skyline mit den Petronas Twin Towers.

Laos | 26.02 – 15.03

Nach einer Woche auf Uma’s Farm war es an der Zeit, wieder ins Reisfieber zu kommen. Zwar waren wir nicht so enthusiastisch über Laos wie über Myanmar, aber ehrlich gesagt wussten wir auch nicht was uns erwartet.

Phongsaly – Nordlaos

Nach etwas Überlegen entschieden wir uns von Vientiane direkt einen Bus in die nördliche Provinz Phongsaly zu nehmen (250.000 LAK = 25 EUR p. P.). Oh-uh! Wieder einmal eine lange Reise, 23 Stunden im Schlafbus in dem wir auf den kurvenreichen Bergstraßen von Laos ständig von links nach rechts geworfen wurden! Ob es das wirklich wert war?

View over Phongsaly province

In Phongsaly wollten wir eigentlich eine zweitägige Jungle-Tour machen, aber als zwei weitere Personen krank wurden und es für uns noch teuer werden sollte, entschieden wir kurzerhand auf eigene Faust loszulaufen und genoßen ohne viel Geld auszugeben die atemberaubenden Aussichten in der Region.

Hiking through nothern Laos

Einen Tag wanderten wir zu einer 400 Jahre alten Teeplantage und lernten einiges über Tee. Wusstest du, dass Schwarz- und Grüntee (und eigentlich alle Teesorten) aus den Blätter ein und desselben Teebaums hergestellt wird? Es wird lediglich unterschiedlich lang getrocknet bzw. gegärt!

400 year old tea plantation

Luang Prabang

Nach 2 1/2 langen Tagen in und um Phongsaly nahmen wir wiederum einen Schlafbus und kamen kurz nach Mitternacht in Luang Prabang an. Die Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe und ist berühmt für seine Architektur im Stile des Kolonialismus inmitten buddhistischer Tempelanlagen.

Colonial style houses in Luang Prabang
French colonial style houses in Luang Prabang
Temple in Luang Prabang

Nach einem entspannten Tag in Luang Prabang mussten wir um 5 Uhr morgens aufstehen, um das Almosengeben zu sehen. Eine mehrere hunderte Jahre alte Tradition, in der die Mönche in der Morgendämmerung durch die Stadt ziehen und Menschen am Straßenrand knien und Almosen in der Form von Reis anbieten.

Leider ist das ganze Spektakel durch den Tourismus stark verkommt. Viele Touristen, speziell Chinesen, aber auch Westliche, haben keinerlei Respekt und schießen mit ihren Fotoapparaten ein Blitzlichtgewitter auf die Mönche und die wenigen Laoten. Oder aber die Touristen nehmen selber am Almosengeben teil, was eigentlich noch viel bizarrer ist. Manche wenige Menschen respektieren die Tradition und Mönche angemessen, aber oft genug knien die Menschen nicht, sondern sind auf Augenhöhe mit den Mönchen – im Buddhismus ein Akt der Respektlosigkeit! Nur in wenigen kleinen Nebenstraßen kann man die Laoten und Mönche noch ohne Blitzlichtgewitter im Stillen beobachten.

Vang Vieng

Dann ging es auch schon weiter – nach Vang Vieng, einer weiteren touristischen Hochburg. Wir wurden ausnahmsweise vom Tuk Tuk abgeholt und zum Busbahnhof gebracht. Stiegen dort in einen bequemen Minivan ohne große Bedenken. Keine 30 Minuten später hält die Kolonne aus 3 Minivans an und der Fahrer vom vorausfahrenden Van macht eine komische Geste. 30 Sekunden später wollte unser Fahrer das Ticket von uns sehen! Wir hatten “AirCon”-Bus gebucht (hey – der kostete immerhin nur 95k LAK p. P.) , wurden aber vom Tuk Tuk bei den Minivans abgesetzt… Tja – wir wurden aus dem Minivan geworfen! Unser “Ersatzbus” würde in 2 1/2 hier sein. Schließlich kamen wir in Vang Vieng wieder einmal um Mitternacht an, 4 Stunden später als eigentlich vorgesehen.

Das touristische Vang Vieng war einmal der Ballermann von Südostasien, bevor in einem Jahr 27 Touristen gestorben sind. Dennoch ist es immernoch eine Party-Hochburg und perfekt für jede Art von Outdoor-Aktivitäten. Am ersten Tag probierten wir das berühmte “Tubing” – mit einem alten LKW-Reifen den Fluss herunterströmen – entlang der atemberaubenden Karstbergen aus. Wir stoppten in der ersten Bar und verblieben hier für eine Stunde, danach ging es weiter flussabwärts mit kurzen Stopps um neue Bier zu organisieren. Es war ein entspannter Tag, es ist aber bestimmt etwas besser nach der Regensaison, wenn der Fluß mehr Wasser trägt und man nicht ständig paddeln muss.

Lead climbing in Vang Vieng

Die nächsten 3 Tage verbrachten wir mit Klettern am Fels und lernten das Vorsteigen (die Route ohne Top-Rope vorklettern) . Endliche würden wir auch zu Hause in der Halle viel mehr Möglichkeiten mit unseren Vorstiegs-Kenntnissen haben.

Lead climbing in Vang Vieng!

Einen weiteren Tag verbrachten wir in Vang Vieng und erkundeten die “Blue Lagoons” und Höhlen im Umland.

Der Süden – Thakek und das Bolaven Plateau

Dann war es aber auch Zeit weiter Richtung Süden zu reisen. In letzter Sekunde entschieden wir uns, nicht nach Kambodscha, sondern nach Vietnam weiter zu reisen. Einen Tag verbrachten wir auf dem Weg zur Grenze in Thakek im Green Climbers Home, ein Paradies für Kletterenthusiasten! Einen weiteren Tag besuchten wir die Wasserfälle auf dem Bolaven Plateau und ich ging auf eine Erkundungstour durch den Jungle.

Tad Fane Waterfall
Thamchampy waterfall

Das Bolaven Plateau ist nicht nur für seine Wasserfälle bekannt. Im Gegensatz zum Norden wird hier Kaffee abgebaut. Die Kaffeebäume konnte man beiderseits der Straße weiß (!) blühen sehen. Bei Kaffee ist es etwas anders als bei Tee – hier gibt es tatsächlich unterschiedliche Kaffeebäume, die für die verschiedenen Sorten verantwortlich sind. Natürlich sind aber auch hier die Prozess des Waschens, der Gärung, der Trocknung und des Roastens (Braten??) entscheidend für den finalen Geschmack. (nicht, dass ich irgendwas von Kaffee verstehe :P)

Trying out local coffee at Jhai’s coffee shop.

Das war unsere Zeit in Laos. Obwohl wir viel unternommen haben, so richtig hat uns Laos nicht erreicht. Die Menschen sind etwas verhaltener als in Myanmar und Thailand. Dennoch sind sie freundlich und lächeln oder grüßen zurück, wenn man selber den ersten Schritt macht. Die Natur war klasse, sowohl die Berge im Norden als auch die Karstlandschaften und Wasserfälle weiter im Süden. Aber wir fanden, dass das Land auch nicht viel mehr zu bieten hat. Vielleicht waren wir etwas von Myanmar verwöhnt…

Zeit für etwas anders.

So sitzen wir also gerade in einem Bus zur vietnamesischen Grenze, da es mit Hitchhiking hier auch nicht ganz so einfach ist wie in Myanmar (aber auch nicht zu schwer). Wir freuen uns auf unser fünftes Land – Vietnam – ein Land mit einer starken Geschichte, toller Natur und Stränden, aber auch riesigen chaotischen Städten. Wir sind gespannt und fühlen uns beflügelt, weil wir gespannt sind was Vietnam für uns in der Tasche hält!

Das langsamste Boot der Welt – Von Katha nach Mandalay

Sunset Ayarwaddy river

Wir haben einige Tage im Norden Myanmars verbracht, am Indawgyi Lake, und waren nun auf unserem Rückweg nach Mandalay. In Katha, ungefähr 500 Kilometer nördlich von Mandalay, entschieden wir uns ein „Speedboot“ auf dem Ayarwaddy Fluss nach Mandalay zu nehmen (24000 MMK pro Person). Um kurz nach halb 5 waren wir also bereit und warteten auf unser Boot-Abenteuer. Und es wurde ein Abenteuer!

“Speedboat” Fähre von Katha nach Mandalay.

Wir wussten selbst nicht genau, welche Erwartungen wir an unser Speedboot hatten, aber als wir dieses um kurz nach 5 Uhr morgens bestiegen, waren wir nicht mehr sicher, ob es wirklich die richtige Fähre ist. Es war eher ein normales Boot, und sah wenig nach Speed aus! Dennoch blieben wir optimistisch und hofften, zum Abend (nach 14-15 Stunden Fahrt) in Mandalay anzukommen. Nach nicht einmal 10 Minuten Fahrt bemerkten wir Scheinwerfer am Ufer, die in Richtung der Fähre schienen. Anscheinend war dies das Zeichen für „Hier möchte jemand einsteigen!“ – so hielt die Fähre kurzerhand an und lud die neuen Passagiere ein. Aber es blieb nicht bei einem oder zwei Stopps, es waren eher 10, oder vielleicht sogar 15. Selbstverständlich waren es auch nicht nur Personen, sondern hier und da wurden auch Reissäcke und etliche neue, in Einzelteile zerlegte Möbelstücke wie Holzstühle und -bänke eingeladen. Am Ende waren wir und die anderen Passagiere eingeengt von zig Reissäcken und hunderten Möbelstücken.

Bauern laden Reissäcke von dem Holzwagen ab und bringen sie auf die Fähre.

Nach einigen Stunden hielten wir nicht mehr ganz so oft an und wir näherten uns mit 30 km/h Mandalay. Gegen Mittag stoppten wir in einem kleinen Dorf. Schon bevor wir angelegt hatten, tummelten sich 15 Frauen am Strand mit Körben auf dem Kopf. Darin war alles, was man sich bei einer 14 Stunden Bootsfahrt wünscht: kalte Getränke, Bier, Snacks, aber auch Reis mit Gemüse und Hähnchen. Binnen Sekunden nachdem wir angelegt hatten stürmten die Frauen die Fähre und überrumpelten uns. Natalia freute sich über ein Bier, ansonsten waren wir aber noch voll vom Frühstück und wir dachten, dass wir für die restliche Strecke genug Wasser und Snacks haben. Wir waren wieder auf dem Weg Richtung Mandalay, als Natalia auf einmal ihr Handy sucht. Vergeblich. Für uns unbegreiflich, hat es anscheinend eine der „netten“ Ladies im Dorf mit sich gehen lassen. Ein drei Jahre altes Huawei mit gebrochenem Display! Jeder Burmese, den wir sehen hat ein besseres Smartphone als wir! Wer würde nur so ein Handy klauen?!

Sunset Ayarwaddy river
Sonnenuntergang auf dem Ayarwaddy Fluss.

Unser Vertrauen war leicht gebrochen, doch viel konnten wir nicht unternehmen. Wir harrten auf unserer Fähe aus und wollten nur noch in Mandalay ankommen. Wir versuchten dennoch den tollen Sonnenuntergang auf dem Fluss zu genießen, als es auf einmal unter dem Boot rauscht. Wenige Sekunden später kommt die Fähre zum Stillstand. Momentan ist Trockenzeit in Myanmar, so dass der Fluss sehr wenig Wasser trägt. Die Dunkelheit machte es schwer zu navigieren und anscheinend haben wir den falschen Weg gewählt und sind auf eine Sandbank aufgelaufen. Für die nächsten 3 Stunden, bis fast 11 Uhr abends, versuchte die Crew mit Hilfe von lokalen Fischern unsere Fähe wieder manövrierfähig zu machen. Vergeblich. Wir würden wohl die Nacht hier ausharren müssen. Mit unseren Schlafsäcken und mit Pullovern als Kopfkissen, legten wir uns auf die spärlichen Sitzbänke und Reissäcke und versuchten, etwas Schlaf zu bekommen.

 

Wir haben alle möglichen Sitz- und Liegepositionen zum Schlafen ausprobiert!

Als wir aufwachen und die Uhr auf unserem Handy checken sind wir erstaunt – es ist schon 5 Uhr morgens! Die Nacht verging überraschend schnell. Kurz nachdem wir wach waren erklang auch schon der horrende Lärm des Motors. Zu unserem Erstaunen konnten wir uns mitsamt dem unzähligen Transportgut von der Sandbank losreißen. Mit Höchstgeschwindigkeit waren wir auf dem Weg nach Mandalay!

Kurz nach dem Aufstehen…

Nach weniger als zwei Stunden Fahrt, während der wir noch den Sonnenaufgang genossen, kamen wir endlich nach 27 Stunden Bootsfahrt in Mandalay an! Und weil das ganze nicht genug Abenteuer war, sind wir am selben Tag noch per Anhalter 600 Kilometer nach Yangon getrampt!

Fazit:

Geplant waren 14 Stunden Fahrt, am Ende waren es 27 Stunden! Wir haben zwei Sonnenaufgänge erlebt, einen Sonnenuntergang und das beste ist: wir haben uns das Hotel für die Nacht gespart! Unzählige Lacher, als wir darüber witzelten, die Nacht wohl auf dem Fluss verbringen zu müssen. Ein wenig Enttäuschung, weil wir beklaut worden waren. Und dennoch froh, weil es genau diese Abenteuer sind, die eine Reise ausmachen.

27 Stunden Bootsfahrt und gestohlenes Handy – trotzdem konnte Natalia kurz vor unserer Ankunft in Mandaly schon wieder lächeln.

Der langsamste Zug der Welt – 15 Stunden für 370 Kilometer

Wer liebt es, um drei Uhr morgens aufzustehen? Wir eigentlich nicht, aber heute war doch etwas Vorfreude mit dabei, denn wir würden den langsamsten Zug der Welt nehmen! Gestern haben wir die Grenze von Thailand nach Myanmar in Mae Sot überquert. Das relaxte und einfache Reisen in Thailand würde nun vorüber sein, oder? Immerhin kann man Myanmar nicht mit Thailand vergleichen. Oder vielleicht doch? Es sei das Thailand von vor 20 Jahren, zumindest wurde uns das immer wieder so gesagt.

Zugticket für unsere Reise von Mawlamyine nach Dawei

Google meint, mit dem Auto würde es weniger als 6 Stunden dauern...naja, ob das stimmt?

Wir stehen also um 3 Uhr auf, packen unsere Sachen und begeben uns zum 300 Meter entfernten Bahnhof (Danke Natalia, dass du ein Hotel so nah zum Bahnhof gebucht hast!). Zum Schalter - Ticket kaufen: der Mann schaut auf seinen selbstgeschriebenen Zettel und gibt uns ein relativ cool aussehendes Ticket, mit Sitzplätzen in der "First Class" für gerade einmal 5900 MMK, umgerechnet 3.50€ pro Person.
Wir gehen zum nebenanliegenden Bahngleis und um 4.20 kommt der Zug aus Yangon an. Kurze Zeit später sind wir auf dem Weg von Mawlamyine nach Dawei.

Sonnenaufgang über den Feldern von Myanmar

Die Eisenbahnstrecke führt uns inmitten der Felder und Wälder südwärts. Wir erleben einen tollen Sonnenaufgang - oder bessergesagt - Ich erlebe einen tollen Sonnenaufgang, denn Natalia ist tief und fest am Schlafen!

Natalia schläft tief und fest, während Myanmar erwacht.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von vielleicht 25 km/h bewegen wir uns Richtung Dawei, wo wir nach 15 Stunden Fahrt für gerade einmal 370 Kilometer ankommen würden!

Steffen lehnt sich aus dem überaus schnell fahrenden Gefährt! Nicht zu Hause nachmachen!

Der Lärmpegel ist enorm, die Wagen wippen wie ein Schiff von Links nach Rechts und hoch und runter. Dennoch fühlen wir uns besser als je zuvor. Die letzten drei Wochen in Thailand waren wie ein riesiges Dejavu, da ich in einigen Orten bereits in meinem Urlaub vor 3 Jahren mit Franz war. Umso mehr freue ich mich, nun ein komplett unbekanntes Land zu entdecken. Das Schneckentempo des Zuges erlaubt es uns die Natur, bestehend aus bunten Laubwäldern, grünem Bamboo und unzähligen Palmen, zu genießen. Kaum zu glauben, dass es hier eine Eisenbahnstrecke gibt. Zumeist ist der ganze Waggon von Pflanzen umschlungen, sodass man aufpassen muss keinen Ast ins Gesicht zu bekommen, wenn man aus dem Fenster schauen will.

Die junge Familie bot uns ebenfalls diverse Snacks an.

Ein Familie mit einem dreijährigen Jungen sitzen neben uns. Der Kleine ist super süß und zieht unsere Blicke auf sich. Schnell bieten wir ihm Süßigkeiten an. Doch drei Mal greift er in die Tüte und zieht nur leeres Bonbon-Papier hervor. Wir fühlen uns so schlecht, dass wir ihm dann nicht nur ein Bonbon geben, sondern auch ein kleines Spielzeugauto, dass Natalia noch von zu Hause mit sich trug. Der kleine Junge grinste bis über beide Ohren, und wir auch!

Der kleine Bube mit seinem neuen Spielzeug.

Willkommen Myanmar, ich glaube, wir werden hier eine tolle Zeit verbringen!

Everest Base Camp Trek #3 – Cho La Pass und Gokyo

Ich zittere am ganzen Körper. Mir ist kalt. Nachdem ich meinen ganzen Magen in die Toilette entleert habe, kann mein Körper kaum noch Energie aufbringen um den Schlafsack aufzuwärmen. Es sind nur 2-3°C im Zimmer, vielleicht sogar kälter. Ich kann die gesamte Nacht nicht schlafen. Als die Sonne endlich aufgeht, geht es mir immer noch beschissen. Ist es wegen der Höhe? Wir sind ja immerhin auf 4800 Meter und waren am Tag zuvor sogar auf 5600 Meter Höhe. Oder war das Essen einfach nur schlecht?

Aussicht von Dukla auf Ama Dablam

In den nächsten zwei Tagen geht es mir weiterhin schlecht. Wir machen einen Umweg nach Dukla, 4585 Meter, in der Hoffnung das der Abstieg hilft. Aber die Anzeichen scheinen eher auf schlechtes Essen hinzuweisen. Einen Nachmittag bleibe ich im Bett und einen weiteren Tag geht es mir schlecht, aber wir wandern zum nächsten Ort Dzongla. Am dritten Tag geht es mir endlich wieder besser und wir wagen die Überquerung des Cho La Pass. Natalia hat keinerlei Probleme und fühlt sich gut.

Wir steigen von Dzongla zum Cho La Pass auf. Zuvor haben wir uns in Namche Bazaar ein Paar Wanderstöcke zugelegt, da der Pass über einen Gletscher verläuft. Erst wollten wir auch noch kleine Klettereisen für die Schuhe kaufen, haben uns aber dann dagegen entschieden. Der Weg zum Pass ist kräftezehrend, dennoch ist dies einer der schönsten Tage unserer Wanderung. Nach dem Erreichen des Passes bauen wir einen Schneemann!

Natalia flirtet mit dem Schneemann!

Wir erreichen den Ort Thangnag am frühen Nachmittag. Kurzerhand entschließen wir uns, doch noch zum nächsten Ort – Gokyo – zu wandern. Schließlich erreichen wir Gokyo um 8 Uhr nach zwei stündigem Wandern mit Kopfleuchten.

Blick auf Gokyo und einen der sechs Gokyo Seen - die höchsten Süßwasser Seen der Welt.

Wir verbringen zwei Nächte in Gokyo und wandern nach Gokyo Ri zum Sonnenuntergang. Der Blick von hier auf Everest und die gesamte Region ist klasse, insbesondere als die Berge sich zum Sonnenuntergang orange färben.

Sonnenuntergang mit Blick auf Everest und Nuptse von Gokyo Ri

Am fünfzehnten Tag unseres Treks verabschieden wir uns von den ganz großen Bergen und beginnen den Abstieg von Gokyo nach Namche. Überrascht von der tollen Wanderroute legen wir diese Strecke innerhalb von einem Tag zurück. Von 4750 Meter geht es bis auf 3440 Meter herunter.

Ein wundervoller Höhenwanderweg eröffnet sich uns von Gokyo nach Namche Bazaar.

In Namche angekommen wollen wir unseren Flug von Lukla nach Kathmandu buchen. 170$ pro Person – für einen 30 minütigen Flug. Lohnt sich das? Schnell kommen wir zu dem Entschluss, lieber nach Phaplu zurück zu wandern, 340$ zu sparen, mit denen wir uns in Kathmandu so viel Essen gönnen können, dass wir platzen. Gesagt, getan! In den nächsten drei Tagen legen wir die knappen 60 Kilometer von Namche Bazaar nach Phaplu zurück, die wir bereits auf dem Hinweg gewandert waren. Wir genießen den Ausklang unseres Treks, freuen uns aber auf eine große Pizza und eine warme Dusche in Kathmandu!

Schau dir auch gerne unsere Galerie an: Everest Base Camp Trek

previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow
ArrowArrow
Slider

Everest Base Camp Trek #2 – Von Namche nach Kala Pather

Das ist er also – der Mt. Everest. Wir stehen vor einer Stupa (ein kleiner buddhistischer Tempel) und blicken Richtung Nordosten, erhaschen den ersten Blick auf den höchsten Berg der Welt. Nichtdestotrotz sind wir immer noch fünf Tage von unserem eigentlichen Ziel entfernt. Aber welches Ziel eigentlich? Wir begannen den Trek mit dem Ziel, das Everest Base Camp zu erreichen. Auf dem Weg jedoch trafen wir viele Personen, die uns dazu rieten nicht zum Base Camp, sondern zum Gipfel Kala Pather zu wandern. Kala Pather ist ein kleinerer Gipfel, ungefähr 300 Meter höher als das Everest Base Camp und mit einem viel besseren Blick. Insbesondere im November, wenn keinerlei Expedition starten ist das Base Camp eher uninteressant und hat aufgrund seiner Lage am Fuße des Berges keinen besonders atemberaubenden Blick.

Natalia direkt neben dem Gipfel vom Mt. Everest, als wir ihn das erste mal sehen.

Wir wandern am ersten Tag nach unserem Aufenthalt in Namche Bazar doch weiter als am Anfang geplant, da wir unterwegs David und Shaun, die beiden Engländer von zuvor, wieder treffen. Also steigen wir knapp 500 Meter auf, obwohl man eigentlich etwas kleinere Schritte machen sollte. Ich bin etwas beunruhigt, da man wirklich vorsichtig mit der Höhenkrankheit sein sollte. Schließlich haben wir keine Lust, hier mit einem Heli herausgeflogen werden zu müssen.

Auf dem Weg von Pangboche zu Dingboche auf 4000 Meter Höhe.

Den Abend verbringen wir in unserer Unterkunft zusammen mit einer großen durchmischten Truppe, bestehend aus mehreren Amerikanern, einem Deutschen, einer Engländerin und einem Franzosen. Diesen und die nächsten fast zwei Tage verbringen wir mit dieser Truppe, da wir auch im nächsten Ort, Dingboche, in der gleichen Unterkunft übernachten. Der Eigentümer, ein Tibetianer, ist äußert amüsant und antwortet auf unsere Fragen fast immer zuerst mit: „I don’t know!“ und verzieht dabei keine Miene. Einige Sekunden später verwandelt sich seine eiserne Miene in ein nettes Lächeln und er gibt die gewünschte Antwort. Wir genießen einen Ruhetag in Dingboche. Normalerweise muss man für eine warme Dusche 3-5$ zahlen, aber zu unserem Erstaunen wurde das Wasser in dem langen Schlauch vom naheliegenden Fluss bis zur Unterkunft so stark von der Sonne erhitzt, dass wir unsere Haare unter fast schon heißem Wasser waschen können.

Blick auf den imposanten Gipfel Ama Dablam vom "Bananen"-See, einige hundert Meter oberhalb von Dingboche.

Am nächsten Tag heißt es wieder: früh aufstehen und wandern! Wir starten auf ungefähr 4350 Meter und treffen gegen Nachmittag im auf 4900 Höhenmeter gelegenen Lobuche ein, auch wieder etwas mehr Höhenmeter als eigentlich empfohlen. Aber da wir an unserem Ruhetag zuvor trotzdem etwas höher auf 4800 Meter gewandert waren, hatten wir uns schon etwas akklimatisiert und diese Höhendifferenz schien okay. Sollten wir jedoch nicht gut in Lobuche schlafen, so sollten wir am nächsten Morgen nicht den Aufstieg nach Kala Pather wagen.

Die schönen und starken Yaks, die täglich unzählige Kilos Gepäck und Nahrung in die Berge tragen.

Nach knappen 8 Stunden Schlaf wachen wir um 4 Uhr morgens auf. Natalia und ich fühlen uns nicht gerade perfekt - wir haben gehofft, dass dies nicht eintritt. Wir stehen auf und bereiten uns vor, doch ständig überlege ich, ob wir den Aufstieg wirklich durchziehen sollten. Oder lieber noch ein Tag hierbleiben und akklimatisiern? … eine halbe Stunde später befinden wir uns im Dunkeln mit Kopfleuchten auf dem Weg nach Gorak Shep, wo wir um knapp 10 Uhr eintreffen und uns ein Frühstück gönnen: French Toast und Haferbrei. Von hier aus kann man zum Everest Base Camp laufen oder nach Kala Pather – oder beides. Wir hatten uns vor einigen Tagen bereits entschieden, lediglich nach Kala Pather zu wandern. Wenn wir beide Aussichtspunkte hätten erklimmen wollen, müssten wir in Gorak Shep übernachten und das wollten wir einfach nicht, da viele hier aufgrund der Höhe krank werden.

Kala Pather oder Everest Base Camp? Wir haben uns für Ersteres entschieden.

Also machten wir uns auf den Weg zum Aussichtspunkt Kala Pather auf 5650 Höhenmeter. Der Anstieg von Gorak Shep dauerte knapp 2 ½ Stunden. Da auf dieser Höhe nur noch rund 50% des Sauerstoffs gegenüber Meereslevel zur Verfügung steht, laufen wir sehr langsam und müssen oft kurz pausieren, um unseren Atem wieder zu erlangen. Schließlich kommen wir bei strahlendem Sonnenschein auf dem Gipfel an und genießen das Panorama auf die unzähligen 8000er nebenan.

Grandioser Ausblick von Kala Pather auf Mt. Everest (links) und Nuptse (rechts).

Wir fühlen uns großartig – wir haben es geschafft - wir sind in mitten der höchsten Berge der Welt.

Epic selfie! Wir zusammen mit dem höchsten Berg der Welt! Wahnsinn!

... und keine Sorge, es gibt noch eine Fortsetzung!

Everest Base Camp Trek #1 – Von Phaplu nach Namche Bazaar

Ein lautes Wummern reißt mich aus dem Schlaf. Es hört sich an, als ob jemand staubsaugen würde. Aber hier hat niemand einen Staubsauger! Was ist das bloß? Für Minuten werden wir, tief eingemümmelt in unseren warmen Schlafsäcken, in unserem kleinen Zimmer beschallt.

Eine halbe Stunde später klingelt der Wecker. Es ist Zeit - der erste Tag unseres Mt. Everest Base Camp Trek geht los! Während wir warme Haferflocken essen (ein typisches Gericht auf dem Trek, da es billig, füllend und trotzdem genug Energie für einen langen Wandertag gibt) bemerken wir, dass das laute Wummern am Morgen von einem Helikopter kam, der nun auf dem kleinen Flughafen nebenan stand. In dieser Region werden häufig Helikopter eingesetzt, um kranke (und reiche) Personen aus höher gelegenen, schwer erreichbaren Orten wieder an den "Rand der Zivilisation" zu fliegen. Kurze Zeit später landete und startete ein kleines Flugzeug.

Phaplu airport

Der erste Tag führte uns von Phaplu durch leicht bergauf führende Waldwege bis zum ersten kleinen Pass auf 2900 Meter. Nach einer kurzen Teepause heißt es, wie so oft in den nächsten drei Tagen: wieder bergab! Über 1400 Meter müssen wir wieder bergab steigen, um einen Fluß zu überqueren. Nach etwa der Hälfte erreichen wir ein kleines Bergdorf namens Nunthala, in dem wir die Nacht verbringen. Auf dem Weg trafen wir einen Engländer und bereits auf der Anreise nach Phaplu mit dem Jeep haben wir Bekanntschaft mit einem älteren Engländer, David, gemacht. Zum Abendessen aßen wir zusammen und genossen die gebratenen Nudeln und Curry. Wie in fast allen Gästehäusern entlang des Weges war das Essen sehr lecker!

Ein einsamerer Wanderer.

Viele Touristen fliegen mittlerweile zu einem der höchsten und gefährlichsten Flughafen der Welt - Lukla - um ihren Trek zu starten. Wir aber entschieden uns nach langem Überlegen für die härtere Tour - wir würden mit dem Jeep anreisen. Dies bedeutete, drei lange und anstregenden Tagesmärsche nach Lukla. Wir treffen wenig andere Wanderer und genießen daher die Stille und Idylle dieses Wanderwegs. Ab und zu, manchmal sogar fast pausenlos, wurde diese Idylle jedoch von Esel-Kolonnen zerstört. Hunderte Esel passieren uns am Tag und sorgen dafür, dass genug Essen und Equipment in die Everest-Region gelangt.

Eine Esel-Kolonne überholt uns.

In den nächsten zwei Tage hassen wir das ständige Auf und Ab, wurden dafür aber reichlich belohnt! Jeden Tag aufs Neue sehnen wir uns so sehr nach einem warmen Abendessen und einem bequemen Bett.

Blick zurück ins Tal aus dem wir kamen.

Am dritten Tag passeren wir schließlich Lukla und es wurde etwas voller, jedoch nicht so schlimm wie uns erzählt wurde. Das änderte sich am nächsten Morgen, als unzählige Menschen sich auf den Weg nach Namche Bazaar, dem Herzen der Khumbu-Region, machen. Mittags erreichen wir Namche Bazaar, gelegen auf 3440 Metern Höhe. Es kommt seinem Namen wirklich nahe - man kann hier wirklich alles kaufen. Schlafsäcke, Daunenjacken, Wanderstöcke, Toilettenpapier für die westliche Bevölkerung und vieles mehr. Theoretisch hätte man hier alles für seine Wanderung kaufen können.

Hier bekommt man alles, was das Herz begehrt!

Ab Namche würden die Tage kürzer werden. Die vergangenen Tage wanderten wir 8 oder sogar 9 Stunden mit nur kleinen Pausen. Da wir uns nun über 3000 Höhenmeter befinden, sollten wir nur noch 300-500 Höhenmeter pro Tag aufsteigen, da sich der Körper sonst nicht an den geringen Sauerstoffgehalt in der Luft gewöhnen kann. Und wir wollten die Höhenkrankheit (Acute mountain sickness, AMS) definitiv vermeiden, denn in dieser Höhe und Kälte krank zu werden, ist sicherlich kein Spaß!

Natalia genießt den Blick auf Namche Bazaar.

Wie wir dennoch in den nächsten Tagen herausfinden würden, bedeuten kürzere Tage nicht unbedingt, dass das Wandern leichter wird!

Blick Richtung Everest, der sich aber hinter den Wolken versteckt!

... und die Fortsetzung findest du hier!

Instagram

  • So it begins! Second season of alpine skiing! Soon Ill
  • Hello lovely humans! frog nature animals smile cute
  • Eat sleep repeat koala    australia queensland wildlife
  • Looking into the monsters nose I guess? hikeandtravel indonesia bali
  • Kopalnia siarki w wulkanie Ijen Niebieskie pomienie powstaj w wyniku
  • Hello hairy buddy!    hikeandtravel malaysia borneo nature
  • snorkeling with my favorites derawanisland  the worlds capital of
  • 26    hikeandtravel indonesia borneo kalimantan traveling beach
  • Thank you God for the great life were living! hikeandtravel

Alle Posts in …

Social

Reise Galerien

... und nun auf zum nächsten Abenteuer!

Scroll to top